Durch den Nebel zur Sonne

Tourenschi oder Fahrrad? Jedenfalls muss es auf die Berge gehen, hier auf 480 hm herrscht Weltuntergangsstimmung. Die Welt schrumpft auf einen Umkreis von vielleicht 40 Meter zusammen, bei einer Luftfeuchtigkeit von 100%. Irgendwie liegt aber schon der Frühling in der Luft, man kann es spüren, dass die Erde zu erwachen beginnt. Also doch lieber das Radl aus seinem Winterschlaf holen und Kurs auf den nächsten Berg. Bis zum Schöckel sind es immerhin 1 1/2 Stunden, um die 1000 hm.

Gespenstisch und irgendwie wunderschön auch ist die Fahrt durch die Nebelsuppe. Da hängt mal ein verlorener Schuh am Strauch, ein Handschuh am Straßenrand sucht vergeblich nach seinem Alter Ego. Marterl zeugen von vergangener Volksfrömmigkeit, schemenhaft auftauchende Bäume stehen und recken ihre Äste. Mein geliebter Kaschmirpullover ist weiß von all den aufgefangenen Wassertropfen und beginnt, die Feuchte nach innen zu transportieren. Aber dennoch angenehmer als diese sündteure „Funktionsbekleidung“.

Zum Glück Kaffee mitgenommen, Schnitten gefuttert, eine Zigarette geraucht, rauf zum Schöckelkreuz, die verdammt lange Schrägfahrt bis endlich die 400-Meter-Rampe hinauf zur Halterhütte beginnt, dann endlich: Sonnenschein!

Das zauberhafte Schauspiel der Sonne mit den Nebelfetzen im Hochwald reißt mich mit…

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