Der Waltrafelsen

Noch nie davon gehört? Na, ich auch nicht. Bis zur Anmeldung zu einer Exkursion mit der Steirischen Naturschutzakademie; ja, so etwas haben wir hier. Wir befinden uns im steirischen „Vulkanland“, das kennt man, vom Supermarkt. Was wir nach kurzer Wanderung, bei der wir schon etwas über Wiesen- und Waldpflanzen gelernt haben, sehen – ist kein Vulkanlandschinken, sondern Basalt. Genauer einen Abbruch des Schildvulkans am Stradner Kogel. „Insgesamt sind für diesen Fundort bisher 75 anerkannte Mineralarten dokumentiert“, sagt mir Wikipedia. Und: „Seit dem 20. Mai 2020 befindet sich an der nordöstlichen Kante am Mast auf 41 Meter ein FURUNO WR 2120 Wetterradar des Wegener Centers für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz. Es dient zur Erforschung von Starkregen und Gewittern sowie deren Veränderungen im Zuge des Klimawandels…“

Aha. Das hat uns unser Führer über den Kogel verschwiegen. Dafür erfahren etwas wir über die kupferzeitliche Siedlung, die durch den gewaltigen Felssturz begraben wurde. Dass die Vulkane im Vulkanland zeitlich und typologisch ganz unterschiedlich sind. Dieser hier war ein Schildvulkan, aus dem die Lava quillt und einen Schild bildet, der jedoch keine abrupten Ausbrüche kennt, ganz anders als etwa der in Klöch. Aus früherer Zeit wiederum die „Gleichenberge“.

Faszinierend ist, was sich bei genauer Betrachtung über ein kleines Waldgebiet und dessen Flora so alles sagen lässt. Ich bin verblüfft über die Sachkenntnis und die Detailliertheit der Ausführungen – allein die Namen schon Poesie!

„Im Unterwuchs finden sich hier viele Trockenheits‐ und Wärmezeiger wie Immenblatt (Melittis
melissophyllum), Schwarzwerdender Ginster (Cytisus nigricans), Wirbeldost (Clinopodium vulgare), Savoyer Habichtskraut (Hieracium sabaudum), Süß‐Tragant (Astragalus glyciphyllos), Zickzack‐Klee (Trifolium
medium), Hasen‐Klee (Trifolium arvense), Feld‐Klee (Trifolium campestre), Nickendes Leimkraut (Silene
nutans), Verschiedenblättriger Schwingel (Festuca heterophylla), Maiglöckchen (Convallaria majalis), Strauß-Margarite (Tanacetum corymbosum), Ungarische Witwenblume (Knautia drymeia), Punktierter
Gilbweiderich (Lysimachia punctata), Rauhaariger Zwerggeißklee (Chamaecytisus hirsutus) und
Schwarzwerdende Platterbse (Lathyrus niger).“

(aus dem Skriptum von Dr. Philipp Sengl)

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