Ein wenig Ostsee bei Prora

Prora, das sollte man nicht verpassen. Schon die Jugendherberge (ja, die heißt hier wirklich noch so!) hat ein Flair “wie damals”, in den Siebzigern und Achtzigern. Für’s Abendessen die Auswahl vegetarisch / normal, vegetarisch gibt es aber nur nach Anmeldung, da bekommt man einen grünen Punkt aufs Armband (“Wir kochen vegetarisch nur nach Zahlen”). Selber nehmen beim Hauptgericht geht gar nicht, die Portion wird von einem forschen Deutschen zugeteilt. Fehlt das Gespühr für den richtigen Zeitpunkt, heißt es Schlange stehen. Die Steckdosen sind abgeschaltet, für’s Aufladen der Handys gibt es Kasterl mit Schlüssel, die schnell mal ausgebucht sind. Erinnerungen an Schulschikurse und Wanderwochen unvermeidlich 🙂 Aber echt billig.

Der Strand, das Meer: Sand, kilometerlang, schön! Die Möwen: Laut und frech. Die Gebäude: “Böse Bauten” der Nazis (KdF), gigantomanisch, unfertig geblieben. Urlaub haben die deutschen Volksgenossen hier nicht mehr machen können, aber für Propagandazwecke hat es gereicht. Und im Krieg für ein Lazarett, später für die Unterbringung der vertriebenen Ostdeutschen, danach für die Nationale Volksaarmee der DDR. Und jetzt: Für Ferienwohnungen 🙂

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